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Statistisches Denken für Prüfer ist live!

Herzlich Willkomen zum ersten Blogbeitrag!

Moin, moin liebe Leserinnen und Leser.

Die beiden ersten Artikel der Serie sind erschienen in der Revisionspraxis – PRev. Diese habe ich genutzt, um Ihnen meine Antworten auf die Fragen

  • Was ist Statistik?
  • Welche Schlussweise ist die sinnvolle Basis für die Arbeit in der Prüfung?
  • Was ist statistisches Denken?

vorzustellen. Die Antworten möchte ich wie folgt in (plakativen) Thesen zusammenfassen:

  • Statistik hat praktisch jeden Bereich unseres Lebens durchdrungen.
  • Statistik ist die Technologie, um Bedeutung aus Daten zu extrahieren.
  • Moderne Statistik ist investigativ.
  • Aufgabe der Statistik ist Sensemaking und Lernen mit Daten.
  • Im Rahmen seiner Arbeit bildet ein Prüfer Hypothesen „on the fly“ aus Daten – dies ist abduktive Logik: der Schluss auf die wahrscheinlichste Erklärung.
    Zum Vergleich: Falls Sie das Benfordsche Gesetz anwenden, hat Herr Benford Ihnen die Arbeit der Bildung einer Hypothese bereits abgenommen. Sie können die Datenreihe der  Auszahlungsbeträge an die Software übergeben und dann die Ergebnisse des statistischen Tests interpretieren. Aber: there is nothing like a free lunch. Was ist wenn, die Nullhypothese nicht verworfen wird (dazu später mehr)?
  • Statistisches Denken ist ein Konzept, das noch recht jung ist. Im Prinzip geht es darum, angewandte Statistik als einen Denk- und Arbeitsprozess zu verstehen. In der Ausbildung haben viele (auch ich) den Eindruck gewonnen, Statistik ist die (stupide) Anwendung mathematischer Formeln, die einem nicht ganz geheuer sind. Und die Ergebnisse dieser mathematischen Übungen sind eh‘ beliebig.
  • Es ist spätestens jetzt an der Zeit, diese Vorurteile über Bord zu werfen. Dieser Schritt ist für Prüfer leicht, da beide Arbeitsprozesse im Wesentlichen auf den gleichen Tugenden basieren: logisches Denken, Durchhaltevermögen, Interesse an tieferem Verständnis, Engagement, Neugierde, Gewissenhaftigkeit und natürliche Skepsis (Wie oft habe ich schon gehört: „Die Daten sind eigentlich in Ordnung“).

Ich lade Sie herzlich ein, die beiden ersten Artikel zu kommentieren. Vielleicht sehen Sie die Rolle der Statistik für Ihre Tätigkeit ganz anders als ich. So kann es sehr gut sein, dass Sie einen Prüfungsauftrag mit statistisch überprüfbaren Arbeitshypothesen beginnen können. In diesem Fall sind Sie mit der induktiven Schlussweise sicherlich gut beraten.

Beste Grüße
Ihr Rainer Feldmann